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Newsletter
Wir informieren dich mit einem Newsletter über die Fortschritte der einzelnen Teilprojekte.

Ausserdem versenden wir in Zusammenarbeit mit der Praxis "Hof zur Kirschblüte" in regelmässigen Abständen Texte aus den Werken von Samuel Widmer Nicolet zu ausgewählten Themen.
Hier unten findest du alle Rundschreiben von Samuel Widmer, die er als Briefe für die Freunde der Bewegung der Selbsterkenntnis veröffentlicht hat, und die bisher publizierten Newsletter mit seinen Texten.




Newsletter mit Texten von Samuel Widmer
August 2020
Abstract: Auf das Ausgeschlossensein möchte ich noch besonders eingehen: Dieses Gefühl, das wir alle in Beziehungen erfahren haben, das wir nicht wieder erleben wollen und das uns hindert, wirklich beziehungsfähig, wirklich auch gruppenfähig zu sein. Wenn du dich mit ihm anfreunden kannst, entdeckst du stattdessen das Dazugehören, entdeckst du, dass Angst und Abwehr dich ausschliessen und dass nichts und niemand dich wirklich draussenhalten kann, wenn DU einschliesst. Einschliessen heisst aber, alles einschliessen, unter Umständen auch denjenigen, der dich ausschliesst, wenn das Leben es von dir fordert. Unsere Gefühle und Gedanken isolieren uns vom Ganzen. Mehr...
Juni 2020
Abstract: Die Ohnmacht, dieses so äusserst schwer zu integrierende Gefühl, erschliesst mir eine bedeutsame Wahrheit, wenn ich ihr zuzuhören lerne. Dann kann ich erkennen, dass ohnmächtig sein nicht nur heisst, selbst keine Macht zu haben, sondern auch der Macht des andern gegenüberzustehen, und das heisst letztlich der Macht des Universums, der ich mich anschliessen und von der ich mich tragen lassen kann. Mehr...
April 2020
Abstract: In der Wüste ist der Abend die Zeit der Versöhnung und der grössten Entspannung! Über das Alleinsein und die Freiheit lernst du in der Nacht: Nur im Alleinsein findest du Heimat und ganze Freiheit. Alleinsein ist ein Fundament, der Boden, auf den du dein Leben baust, daraus nur kann Liebe blühen. Freiheit ist ein Himmel, in den du reisen kannst ohne Grenzen. Und darin singen die Grillen ein Lied aus Tiefe und Weite, und die silberfarbenen Wüstenfüchse heulen dem Mond ihre Leidenschaft entgegen, und die Nacht ist voller Magie… Mehr...
Februar 2020
Abstract: Die Einsamkeit genommen, das ist Alleinsein und darum auch Liebe und darum auch der Tod. Deshalb kann ich auch fragen: Was finde ich, wenn ich am Ende meines Lebens nach einer lebenslangen Vorbereitung in der anderen Welt ankommen werde, wenn ich am Tod vorbeigelassen werde, weil er mich als würdiges Gegenüber nicht berührt und nicht verstreut in alle Winde, mein Bewusstsein nicht wieder über das ganze Universum verzettelt, wie es dem geschieht, der auf die Chance der anderen Möglichkeit verzichtet hat, es nicht von mir zurückfordert als nicht genutztes Pfand? Mehr...
Dezember 2019
Abstract: Geiz ist verantwortlich für den Hunger und die Armut auf unserem Planeten, für das Darben der Vielen und die Übersättigung der Wenigen. Im Geiz finden wir das Kondensat aller Anpassung und der Diktatur ihres Regelwerks. Dass der allgegenwärtige Geiz, allenthalben gerechtfertigt als vernünftige Lebenshaltung, durchwegs vollkommen verdrängt ist, ist sein Hauptproblem. Für den eigenen Geiz, das heisst, für das Eingefrorensein allen Lebendigseins im eigenen Innern zu erwachen, ist daher ein vordringliches Muss für jeden Schüler der Selbsterkenntnis. Viele versuchen sich darum herum zu mogeln, weigern sich, sich einzugestehen, wie total geizig sie tatsächlich sind, weil sie sich der Konsequenz aus dieser Einsicht, dem fairen Teilen, nicht stellen wollen.
Oktober 2019
Abstract: Alleinstehen beinhaltet, damit aufzuhören, irgendwo zu irgendetwas dazuzugehören, nicht wahr? Man ist verbunden mit allem, aber man gibt jede Zugehörigkeit auf. Alleinstehen bedeutet aber auch, sich in keiner Weise anzupassen, um es anderen irgendwie rechtmachen, sie zufrieden stellen zu wollen. Man ist definitiv sich selbst. Man liebt – das sowieso –, aber man befriedigt keine Erwartungen. Alleinstehen ist das Ende der Erwartung von Anerkennung.
August 2019
Abstract: Danke zu sagen für eine Hilfeleistung, dankbar zu sein für ein Geschenk ist oft nicht mehr als eine gesellschaftliche Floskel. Aber das Empfinden von Dankbarkeit ist ein Blitz aus dem Allerinnersten, der einen in besonderen, in tiefen Momenten überkommt. Natürlich ist damit nicht die Art von Dankbarkeit gemeint, die eine aufgesetzte, gesellschaftliche Moral fordert. Dankbarkeit für das Leben, Dankbarkeit, sein zu dürfen. Dankbarkeit für die Erde, für die Existenz. Dankbarkeit, dabei sein zu dürfen. Dankbarkeit, lieben zu dürfen.
Juni 2019
Abstract: Samuels Studie über das Inzesttabu ist sein Vermächtnis an die Welt, eine Welt die leider das Geschenk (noch) nicht schätzen kann. Ganz im Gegenteil, das hat ihm nur Probleme verursacht; es wurde ihm sogar unterstellt, er würde Inzest gutheissen. Sein Anliegen war aber ein tieferes Verständnis der Ursachen, welche zum Inzesttabu geführt haben. Ihm ist es immer ums Tabu und nicht um den Inzest gegangen.
April 2019
Abstract: Wir Menschen funktionieren eigentlich recht einfach. Wir wollen unseren Willen haben, sonst werden wir gewalttätig und reagieren mit allerlei reaktiven, inneren Zuständen wie Selbstmitleid, Trotz, Wut, Destruktivität, mit uns Gehen-Lassen, mit Sucht und Bosheit. Diese Reaktionsweise kann man bei jedem kleinen Kind beobachten. Wenn es richtig erzogen und dazu angehalten wird, gibt es sie mit der Zeit auf; bei vielen Menschen bleibt sie ein Leben lang das vorherrschende Reaktionsmuster. Auf dem Weg des Lernens, um seinen Willen schliesslich dranzugeben, warten auf uns natürlich auch alle abgewehrten Gefühle, aller Schmerz, alles Weh, die bewältigt werden wollen.
Februar 2019
Abstract: Sobald wir still werden, begegnen wir uns selbst, wie wir wirklich sind, wo wir im Moment stehen. Daher sind wir nie still, weil wir uns selbst fürchten und meiden. Wenn wir die Angst davor überwinden, begegnen wir zuerst unserer Oberfläche, dem Stress, den unaufhörlichen Gedanken, der Leere und Langeweile unseres Lebens, der Angst und Verwirrung nicht zu wissen, wer wir sind. Wenn wir dem nicht ausweichen, löst sich das auf, allmählich, und es tauchen tiefere Schichten auf, schwierigere Gefühle, die immer feiner und differenzierter werden, wenn wir ihnen nicht aus dem Weg gehen, bis wir schliesslich zur Leere und damit zur Stille, zur Grundsubstanz oder ganz einfach zur Liebe vordringen.
Dezember 2018
Abstract: Ist nicht Freundschaft eine Art der Verbindung, die auf völliger Freiheit einerseits beruht, die aber auch Unverbrüchlichkeit über Freud und Leid, Tod und Trennung hinweg beinhaltet und die dieses scheinbar Paradoxe zu einer Einheit zu verschweissen versteht, die wir Liebe nennen? Ist es nicht dieses Bezogensein, an dem uns mangelt, das fehlt in unserem Alltag? Freundschaft existiert nicht; wir kennen sie nicht. Ich kenne kaum jemanden, der fähig ist, diesen Anspruch zu erfüllen. Und unser Scheitern ist bereits in diesem einfachsten Bereich in uns, dem sexuellen, durch Tabus, Gebote und Verbote so sehr einprogrammiert, dass sich viele Leute auf eine echte Auseinandersetzung mit diesem Thema gar nicht mehr einlassen wollen. Und doch ist Freundschaft genau dies und möglich. Welches wären denn die Voraussetzungen, welche wir erfüllen müssten, dass dieses Fehlende wieder einziehen könnte in unserem Leben und uns mit Sinn und Freude erfüllen würde?
September 2018
Abstract: Das letzte Buch von Samuel Widmer ist erschienen! Die Erneuerung von uns selbst und unserer Welt – Briefe an die Freunde der Bewegung der Selbsterkenntnis
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August 2018
Abstract: Was berechtigt mich eigentlich, meine Liebe grosszügig auf verschiedene Menschen zu verteilen, etwas von der Liebe zu dir wegzunehmen und einen anderen Menschen damit glücklich zu machen? Die Konditionierung verlangt von uns diesbezüglich Ausschliesslichkeit. Natürlich darf und soll man seine Liebe auf seine Kinder, seine Angehörigen und auch noch auf ein paar Freunde verteilen; aber die Liebe zwischen Mann und Frau soll davon ausgegrenzt bleiben, auch wenn niemand weiss, wie das gehen soll, es niemandem so richtig gelingt, die Liebe in entsprechende Kästchen zu sperren, weil sie bei diesem Versuch mickrig wird, wenn sie nicht ohnehin stirbt.
Juni 2018
Abstract: Heiraten, wie wir es tun, ist eine falsche Sache. Heiraten, das muss etwas sein zwischen zwei Herzen oder mehreren Herzen, ein Versprechen das nur im Innern gegeben und im Innern gehalten wird. Äusserlich, unter Einmischung von Kirche und Staat, wird es Teil unserer ganzen verlogenen Strukturen, die wir nur geschaffen haben, weil wir dem andern doch nicht wirklich trauen und uns selbst nicht zu trauen ist, weil wir eine Sicherheit wollen, damit wir den Partner vor Gericht bringen können, dass der Gerichtsstand schon klar ist im Falle von Streitigkeiten. Wir lassen uns trauen, weil wir einander nicht trauen.
Mai 2018
Abstract: Unsere Sehnsucht führt uns in Süchte – oder in die Liebe, je nachdem, wie wir mit ihr umgehen. Sie verführt uns dazu, uns einzulassen, auf Dummheiten oder Schönheiten, auf Wesentliches oder Banales, je nachdem. Letztlich, wenn wir reif werden, führt die Sehnsucht uns über alles hinaus, ins Grosse, ins Unermessliche, dessen Ruf eh durch unser ganzes Leben hallt, um sich am Ende mit unserem Tod durchzusetzen. Aber um in diesem endgültigen Flug bestehen zu können, ist es wichtig, einen guten Boden zu schaffen, von dem aus wir abfliegen können. Eine Heimat. Das beinhaltet den beschwerlichen Prozess der materiellen Existenz zu meistern: Geschäfte gründen, Häuser bauen, Kinder kriegen. Die Liebe, die wir konkret ins Leben bringen, umgibt uns am Ende. Sie wird unser Zuhause. Sie trägt uns auch. Von diesem Fundament aus können wir uns getrost für das Grosse, für das Unermessliche öffnen. Die Liebe ist die Heimat, die uns hält, so dass wir nicht verloren gehen dabei. Die Liebe und der Tod gehen deswegen Hand in Hand, weil erstere uns letztlich ins Unermessliche katapultiert. Die Liebe ist ein Prozess des kontinuierlichen Sterbens. Sie hilft uns, allem abzusterben, was vergänglich ist, was nicht ewig ist. Schliesslich fällt alles von uns ab, was sie nicht ist. Darum sind der Tod und die Liebe eines.
März 2018
Abstract: „Warum versteht ihr alle nicht zu lieben?“, hatte [Celia] geklagt, indessen Sebastian nur geschluchzt hatte. „Warum gibt es niemanden ausser Sebastian, der sich wirklich der Liebe ergeben hat? Warum fallt ihr alle immer wieder zurück in die alte Geschichte?“ Einfach zusammengebrochen war Sebastian. Mit grossen Tränen, schweren Augen hatte er sie alle betrachtet. Parvati war erschüttert gewesen. Von den Fragen Celias, von Sebastians Blick. Von der ungeschminkten, unversteckten Wahrheit seines Weinens. Seines Ausdrucks. Sie hatte gewusst, dass Celia Recht hatte. Ihre eigene Traurigkeit sagte es ihr ja schon die ganze Zeit. Niemand verstand sich auf die Liebe. Alle waren sie gefangen in ihrer Abwehr des Schmerzes, des Verlorenseins, des Ungeliebtseins. In den endlosen Reaktionen und Verleugnungen, die sich in den Strukturen der bürgerlichen Unmoral und des Besitzdenkens niedergeschlagen haben. Und sie hatte eingesehen, tief in sich drin begriffen, dass nur das Anerkennen dieses Schmerzes die verschüttete Quelle wieder freisetzen würde. Dass da nichts anderes half. Und dass fast niemand wirklich dazu bereit war. Dass all ihre feinen Freunde nicht dazu bereit waren.
Januar 2018
Abstract: Eine Weihnachtsmeditation
Man vergisst es manchmal fast vor lauter Auseinandersetzung mit den Konflikten, die zwischen den Menschen zu lösen sind, vor allen Wundern aber auch, die sich erschliessen, wenn man der Entfaltung des Gesunden im Strang des Gemeinsamen folgt: Es gibt noch das Allertiefste, das Allerhöchste, das Allerinnerste, das, was man nur im Alleinsein, in der tiefen, meditativen Erschliessung seines Innern findet, nämlich die Möglichkeit, dass sich unser Wesen ausdehnt, ausdehnt über alle Grenzen hinaus, dass wir erwachen für das Ganze, dass nicht nur unser Herz, sondern auch unser Kopf sich öffnet und alles, alles umfasst im einen grossen Mitgefühl, dass sich unser Bewusstsein ausfaltet und den ganzen Kosmos umspannt, das All, das Eine, und Liebe und Stille ist, jenseits oder inseits von allem.

Rundschreiben von Samuel Widmer - Briefe an die Freunde der Bewegung der Selbsterkenntnis
Die Briefe sind im Buch "Die Erneuerung von uns selbst und unserer Welt, 2018" gedruckt.
Januar 2016
Abstract: Vor einem Jahr, nackt in der Sonne des wunderbaren Neredu-Valleys in Indien liegend, orakelte ich in einem unbedachten Augenblick gegenüber meinen Frauen, das bevorstehende Jahr werde wohl das „Jahr des Niedergangs“ werden. Wir ruhten dort aus, um uns von den Anstrengungen des vergangenen Jahres (2014), welches den Sommer, den wir nach dem magischen im Jahr zuvor (2013) den tragischen genannt hatten, beinhaltete, zu erholen. Die Aussage war eher humorvoll gemeint, erzählte aber schon auch von beunruhigenden Ahnungen, welche durch die Erfahrungen der verflossenen Monate den Blick auf die kommenden trüben wollte. Aber niemand von uns hätte da gedacht, wie treffend dadurch die Entwicklungen des letzten Jahres (2015) schliesslich erfasst sein würden.
Februar 2016
Abstract: Bevor wir uns in meinen Rundschreiben den wichtigsten und grundlegendsten Anliegen der Bewegung, die wir bilden, zuwenden können, wie wir es in unserem ersten Brief angekündigt haben, wollen wir in diesem zweiten Brief einer grossartigen Unterstützung gedenken, die wohl am besten eine solche Bewegung zusammenhalten und nähren kann, des Träumens. Des Träumens, wie es von Castanedas Don Juan Matus beschrieben wurde. In Castaneda beziehungsweise seinem Lehrer Don Juan haben wir ja neben Krishnamurti einen weiteren wichtigen Lehrer gefunden, der wie sonst keiner Wesentliches zur Intelligenzbildung in der Menschheit beigetragen hat. Mit seinen Mitstreitern fand er eine geeignete Sprache für das Unbekannte, das sich die Menschheit als Gesamtheit erst in ferner Zukunft erschliessen wird, sowie für das Unkennbare.
März 2016
Abstract: Womit bist du gerade jetzt, im Augenblick, beschäftigt? Fragst du dich dies unvermittelt immer mal wieder inmitten des Getümmels deines Lebens? Und was siehst du dann? Was erkennst du? Was ist deine ehrliche Antwort? Treibt dich gerade die Angst um, der Ehrgeiz, die Missgunst? Findest du dich in einen Konflikt verstrickt? Oder voller Abwehr, am Kontrollieren und Intellektualisieren? Oder bist du gerade am Lieben, vom Lieben vereinnahmt? Trifft man dich, triffst du dich in jedem Moment des Lebens, wenn du mal innehältst und dir diese Frage stellst, gerade beim Lieben an? Oder bei etwas ganz anderem? Selbsterkenntnis. Ein gutes Mittel zur Selbsterkenntnis, sich selbst immer wieder mal mit einer solchen Frage anzuhalten und zu konfrontieren.
April 2016
Abstract: Gibt es dich da draussen wirklich? Gibt es überhaupt eine Bewegung da draussen? Findet sich da tatsächlich jemand, der mir zuhört? Oder mache ich mir Illusionen? Bilde ich mir etwas ein, um mich vor Einsamkeit zu schützen, um mich einem Rausch der Zugehörigkeit hingeben zu können? Wir reden von einer Bewegung, die wir zusammen bilden. Aber gibt es diese tatsächlich? Keine Angst, wir sind nüchterne Menschen. Wir sind keine Schwärmer. Wir machen uns nichts vor. Wir wissen genau, dass da draussen niemand ist. Da draussen laufen lauter Egomanen herum, die nichts miteinander zu tun haben wollen, die alle hinter ihrem eigenen Egogespinst her sind. Egomanen, die nicht in Liebe untereinander verbunden sind. Oder nicht? Wir sind allein. Wenn wir von Bewegung reden, meinen wir die grosse, unpersönliche Bewegung des Lebens, der Liebe selbst, in die wir uns einklinken können, jeder Einzelne für sich, ganz allein.
Mai 2016
Abstract: Dass wir eine Bewegung bilden zusammen, bedeutet nicht, dass wir einer Gruppierung angehören, uns irgendeiner Autorität unterwerfen. Es bedeutet lediglich, dass wir gemeinsame Anliegen, gemeinsame Interessen verfolgen, uns zusammen um Bedeutsames kümmern, im gleichen Feld kooperativ wirken. Jeder Einzelne steht in einer derartigen Bewegung allein, er ist sich selbst ein Licht. Er ist frei. Dies erkennt man leicht daran, dass derartige Bewegungen kaum organisatorische Strukturen aufweisen. Wir sind keine Organisation, wir bilden ein lebendiges Bewegtsein. Bevor wir uns in den nächsten Rundschreiben den speziellen Hilfsmitteln, die uns in der Selbsterkenntnis unterstützen, zuwenden, wollen wir uns, wie im letzten Brief angekündigt, mit der Liebe befassen.
Juni 2016
Abstract: Unser Leben, unser ganzes Sein, alle Existenz ist wie ein Traum, vergänglich wie ein Traum. Alles, was in Erscheinung tritt, wird wieder vergehen. Einen fliehenden Traum der Nacht wissen wir zwar von dem materiellen Erleben unseres Tages harter Realität vage zu unterscheiden. Aber beim Versuch, diesen Unterschied zu fassen, kommen uns schnell Zweifel, ob es überhaupt einen wesentlichen gibt. Alles ist vergänglich, alles Streben nur ein Haschen nach Wind. Nichts bleibt am Ende. Wir und alles, was immer mit uns zusammen zum Existierenden zählt, gehören zum Vorübergehenden. Alles ist nur Traum, nur flüchtiger Traum. Ist es folglich verwunderlich, dass Menschen seit jeher nach etwas gesucht haben, was unvergänglich, was ewig ist? Gibt es etwas, was nicht der Zeit unterworfen ist, das sich dem Diktat des Sterbens entziehen kann? Etwas, was den Tod nicht kennt? Gibt es etwas Entsprechendes in uns?
Juli 2016
Abstract: Die Bewegung, die wir bilden, könnte man sagen, befasst sich mit Heilung. Mit heilen und heil werden einerseits, aber auch mit heil sein und mit aus dem Heilsein heraus leben und eine neue Welt gebären andererseits. Eine neue, heile Geschichte wollen wir schreiben. Heil ist ein Geist in Meditation, ein Geist, erblüht in der Liebe.
August 2016
Abstract: Ist es nicht manchmal schwierig, in all dem Unsinn, von dem man umgeben ist, noch eine Perspektive zu finden und aufrechtzuerhalten, noch daran glauben zu können, dass in der Menschheit irgendwann ein Wandel zu mehr Liebe und Mitgefühl stattfinden wird? Ein wirklicher Wandel, ausgelöst nicht durch Vorschrift und Diktat, sondern durch Einsicht und Selbsterkenntnis. In all der Oberflächlichkeit und Verwirrtheit, die um einen brandet, wach und mit Intelligenz gesegnet zu sein, erscheint einem dann fast als ein Risikofaktor für Schwermütigkeit und Untergang. Denn ohne Sinn und Perspektive, die einem tatsächlich manchmal abhandenkommen könnten, kann man sich dem Abgrund der Depression schwerlich entziehen. Davon kann jeder Psychotherapeut ein Liedchen singen. Gegen solche, zwar verständlichen, Anwandlungen hat der Krieger ein geeignetes Rezept: Er macht seine Stimmung selber. Er weiss zwar, dass dies die schwierigste seiner Leistungen ist, aber umso beharrlicher zeigt er sich darin, sie zu vollbringen. Ist Erleuchtung schliesslich eine Eigenleistung? Etwas, was man aus eigener Kraft bewirkt? Einerseits auf jeden Fall, würde ich mit den Kriegern zusammen behaupten. Die Stimmung des Erleuchteten kommt am Ende aus seiner unbeugsamen Absicht zur Selbsterkenntnis. Dass das Erreichen dieses „Ziels“ schlussendlich auch die Gnade benötigt, ist ein anderes Kapitel. Darauf werden wir dann viel später wohl zu sprechen kommen.
September 2016
Abstract: Im Buddhismus und Hinduismus kennt man das spirituelle Konzept von Karma. Nach dieser Vorstellung hat jede Handlung eine Auswirkung im Sinne eines kosmischen Gesetzes. Diese Auswirkung muss nicht unbedingt im gegenwärtigen Leben wirksam werden; sie kann sich auch erst in einem zukünftigen manifestieren. Die Idee von Karma ist also stark mit dem Glauben an Reinkarnation verbunden, einem anderen Konzept, das von einer Wiederverkörperungskette der Seelen nach dem jeweiligen Tod in unterschiedlicher Gestalt ausgeht. Ob diese Konzepte Beobachtungen entsprechend die Wirklichkeit beschreiben oder nur dogmatische Glaubenssätze dieser Weltreligionen sind, wird wohl jeder selber überprüfen und beurteilen müssen. Tatsache ist auf jeden Fall, dass diese Vorstellungen oft auch falsch verstanden oder zu sehr für die Masse vereinfacht werden, so dass sie dann definitiv nicht mehr nachvollziehbar sind, wie es mit religiösen Konzepten oft geschieht. Echte Psychotherapie beziehungsweise die transpersonale oder psycholytische Psychologie hat aber ähnliche Entdeckungen gemacht, kann diese beziehungsweise den psychologischen Mechanismus dahinter jedoch auch psychologisch begründen.
Oktober 2016
Abstract: Zur psychologischen Begründung der karmischen Gesetzmässigkeit, die wir das letzte Mal besprochen haben, gibt es noch einen Nachtrag, den wir ausgelassen haben, da er besser zum Thema Gemeinschaft passt als zum Thema Psycholyse. Es gibt nämlich ein weiteres einfaches universelles Gesetz, das unseren Zugang zu Freude, Glück, Liebe und Ekstase regelt. Es ist das Gesetz der ultimativen Gerechtigkeit. Wie alle Wesen streben wir danach, möglichst viel Freude, Glück, Liebe und Ekstase empfinden zu können. Normalerweise neigen wir dazu, diese Zustände zu „bekommen“, das heisst, wir machen sie von anderen abhängig, die sie uns durch ihre Gegenwart und Zuneigung vermitteln sollen. Tatsächlich hängt das Mass von Freude, Glück, Liebe und Ekstase, das wir am Ende geniessen, jedoch von unserer Empfindungsfähigkeit ab. Jeder kriegt genau so viel davon, wie er in sich drin zulassen kann. Da dies wiederum davon abhängt, wie blockiert einer ist, das heisst, wie viele Gefühle er während seiner Entwicklungszeit in sich abgewehrt, verdrängt und unterdrückt hat und in der Folge als unbewusste muskuläre Panzerung mit sich herumtragen muss, bedeutet dies, dass wir nicht nur durch die Anhäufung von negativem Karma, also durch die Blockierung des Wonne spendenden Energieflusses infolge von Handlungen langjähriger Gefühlsunterdrückung „bestraft“, sondern auch, dass wir für den Willen zur Selbsterkenntnis „belohnt“ werden, indem wir positives Karma, also die Entblockierung des Energieflusses in uns und damit ein Übermass an Ekstase gewinnen können.
November 2016
Abstract: Am diesjährigen Entheo-Science Kongress in Berlin, an dem ich nicht einmal dabei war, haben sich die verschiedenen Strömungen der Bewegung, die wir bilden, getroffen und gegeneinander abgegrenzt. Im Anhang bringe ich das gelungene Schlussstatement von Christoph Kahse im Podiumsgespräch (1), das zu schauen, für das Verständnis der zugrunde liegenden Problematik sicher erhellend ist. Was mich betrifft, fand ich die Bemühungen der wissenschaftlichen Sektion der Psycholyse um eine Legalisierung immer begrüssenswert und notwendig. Aber mehr und mehr bin ich auch unsicher, ob es tatsächlich wünschenswert und hilfreich wäre, wenn die Psycholytika von Psychiatern und Wissenschaftlern verwaltet würden. Eigentlich gehören sie vor allem zurück in die Hände der gesamten Menschheit, in den Schoss ihres kulturellen Erbes, genannt Schamanismus. Wichtig scheint mir je länger desto mehr die Beendung des Krieges gegen die Drogen überhaupt und nicht deren Integration in die Schulmedizin als Teilstrategie dieses Krieges. Die Verleugnung der Liebe und ihrer revolutionären Kraft in diesem Prozess der Wiederherstellung menschlicher Grundrechte scheint mir ähnlich gefährlich wie die frühere Missionierung und Christianisierung der Erdbevölkerung, angeblich im Namen der Liebe, in deren Zuge zuerst alles natürlich Gewachsene und Lebendige verteufelt und vernichtet werden sollte, um dann darüber angepasste Nettigkeit zu züchten. Auch ein interessanter Artikel von Charles Eisenstein (2) erzählt brillant davon.
Dezember 2016
Abstract: Das Jahr der Verheissung, von dem wir anfangs dieses Jahres gesprochen haben, geht zu Ende. Wir hatten es vor zwölf Monaten an unserer Weihnachtssitzung humorvoll, ja fast fahrlässig nach dem Jahr des Niedergangs 2015 angekündigt. Damals war uns noch nicht so richtig klar, was denn verheissen sein soll; inzwischen ist uns deutlich geworden, dass wir dies zu Beginn noch nicht richtig verstanden hatten. Wir haben im vergangenen Jahr irrtümlicherweise Ausschau gehalten nach dem, was verheissen sein könnte und nun in Erfüllung gehen solle. Aber dies wäre ja das Jahr der Erfüllung, das, so weit wir es sehen, erst in zwei, drei Jahren kommen wird. Nein, im Jahr der Verheissung hat sich erst gezeigt, dass eine Erfüllung überhaupt verheissen wird. Das hat uns schliesslich durch das Jahr getragen. Das nächste Jahr wird wohl das Jahr der Klärung werden.
Januar 2017
Abstract: Leider fördert Selbsterkenntnis in der Regel zuerst für lange Zeit unerfreuliche Dinge zutage. Nicht von ungefähr neigen wir Menschen dazu, vieles von dem, was wir sind und wie wir uns verhalten und denken, zu verdrängen, also sogar vor uns selbst zu verstecken. Vieles an uns ist zuerst nicht besonders edel. Dass wir uns dann gerne einbilden, anders zu sein, uns lieber etwas vormachen, kann man verstehen. Oft erst nach einem langen Prozess schält sich die Schönheit unseres Wesens heraus und für viele, die sich auf den Weg machen, gibt es keine Garantie, dass sie je aus dem Sumpf des menschlichen Elends heraus zur inneren Schönheit dieser Wesenhaftigkeit finden. Es braucht deshalb eine grosse Leidenschaft für die Schönheit des Selbsterkenntnisvorgangs an sich und eine umfassende Beharrlichkeit, der Wahrheit auf den Grund gehen zu wollen. Es braucht eine leidenschaftliche Liebe zur Wahrheit, um diese zu ergründen.
Februar 2017
Abstract: Selbsterkenntnis ist so faszinierend, weil sie dir im ehrlichen Erkennen deiner selbst gleich die ganze Welt miterklären wird. Du kannst ein Atom studieren oder ein Elementarteilchen, ein Quark gar untersuchen, du kannst dir ein gesellschaftliches System vornehmen, einen einzelnen Menschen oder irgendeinen Teil der Natur zu verstehen versuchen, du wirst dabei immer auf die grundlegenden Eigenschaften und Gesetzmässigkeiten stossen, die im ganzen Universum gelten. Sobald du dich einem Aspekt, einem Teil, ohne ihn vom Ganzen zu isolieren, gründlich zuwendest, wirst du sehr schnell die Verbundenheit von allem, die Unteilbarkeit in allem entdecken, die Tatsache, dass alles dem gleichen Ruf folgt. Also warum nicht mit dir selbst beginnen?
März 2017
Abstract: Selbsterkenntnis führt zur Freiheit. Aber was ist eigentlich Freiheit? Ist sie etwas, was man in Opposition zu etwas anderem durchsetzen kann? Ist sie etwas, was einem ein anderer schenken kann? Freiheit, die von einem anderen oder etwas anderem abhängt, kann nicht Freiheit sein. Sie würde einen kastriert zurücklassen. Sie existiert nicht in Opposition oder Abhängigkeit zu irgendetwas. Sie steht für sich und kennt kein Gegenteil. Freiheit ist ein innerer Zustand, ein Raum, der sich durch alle Energiezentren hindurch auftut und dadurch entsteht, dass wir mit nichts, aber auch gar nichts in Konflikt stehen, dass wir alles nehmen können, so wie es ist, dass wir mit allem ohne Reaktion verharren können, dass wir innerlich die Welt anhalten, wie es die Krieger umreissen. Freiheit kommt aus der Selbsterkenntnis, dem Prozess, in dem wir lernen, lediglich reines Sehen als adäquate Antwort auf alles, was innerlich oder äusserlich geschieht, zu praktizieren. Die Freiheit, zu sehen, was ist, muss allerdings von Anfang an gegeben sein, damit sich der grosse Raum der Freiheit im Prozess des Sehens in uns öffnen kann. Und alles nehmen zu können, wie es ist, heisst keineswegs, alles gut zu finden so, wie es ist.
April 2017
Abstract: Was es braucht bei allem, was man tut, also auch im Prozess der Selbsterkenntnis, ist eine Leidenschaft. Und diese kommt daraus, dass man Sinn empfindet in dem, wofür man sich engagiert. Um Konditionierung zu durchbrechen, braucht es zuerst und vor allem, dass man diese überhaupt erkennt, dass man sieht, dass man persönlich konditioniert wurde, worauf und wie man konditioniert ist vor allem. Es nützt nicht viel, über Konditionierung gescheit nachzudenken, es braucht, dass man diese wirklich in sich drin erfühlt, spürt, worauf man gedrillt worden ist, worauf man abgerichtet wurde. Dies zu empfinden, tatsächlich wahrzunehmen, ist bereits die Hälfte des notwendigen Durchbruchs. Wirkliches Erkennen nimmt den Mustern der Konditionierung ihre Kraft, so dass sie schliesslich ganz leicht von einem abfallen, man sich leicht aus ihnen lösen kann. Mir einzugestehen, dass ich zum Beispiel darauf gedrillt bin, brav und unauffällig zu sein, ängstlich verhalten in Bezug auf die eigene Kraft und die Authentizität meines eigenen Ausdrucks durchs Leben zu gehen, befreit mich schnell von einem solchen oder ähnlichen Mustern des Verhaltens. Für all dies muss man eine grosse Leidenschaft entwickeln, wenn man vorankommen will.
Mai 2017
Abstract: Es ist schon kühl. Aber die Sonne wärmt mich trotz der frischen Luft. Eine reinigende Kargheit erfüllt die herbstlichen Tage hier in den Bergen. Es tut gut, allein zu sein, fern vom Irrsinn der Menschen und die Mitte von allem wieder zu spüren. Die Blätter werfen Schatten und wiegen sich im leichten Wind. Eine Woge der Einheit bilden sie. Der Himmel ist wolkenfrei, jetzt in den Abendstunden, und so durchsichtig klar. Es ist still trotz der Kuhglocken in der Ferne. Und alles steht still für sich, obwohl in allem auch diese Bewegung ist. Ordnung durchdringt einen, die heilige Ordnung herrlichen Seins. Noch ein letztes Mal wollen wir uns in diesem Brief im Rahmen der Auseinandersetzung mit Selbsterkenntnis mit den abwehrenden Gefühlen befassen, die uns als Erstes überfallen, wenn wir uns aus dem Raum der Konditionierung, der Anpassung und Konformität hinauswagen und diese Frage nach dem „Was bin ich wirklich?“ oder vielleicht besser „Was ist eigentlich das, was wahrnimmt?“ ehrlich zu erforschen beginnen.
Juni 2017
Abstract: Im letzten Schreiben haben wir – jedenfalls für den Moment – mit den abwehrenden Gefühlen, die in uns als Erstes erwachen, sobald wir durch Selbstbeobachtung an den Strukturen von Konditionierung und Anpassung zu rütteln beginnen, abgeschlossen. Wie versprochen, wollen wir uns in diesem und den nächsten beiden Newslettern mit den wirklichen Gefühlen beschäftigen, mit jenen, die durch diese angstgesteuerten abwehrenden Zustände zuvor unterdrückt worden sind. Wir nennen sie die abgewehrten oder ursprünglichen Gefühle, die nicht als Reaktion auf ein anderes, unerwünschtes Gefühl, sondern direkt, durch Traumatisierung und Verletzung ausgelöst, im Lebensprozess auftauchen. Hinter allen Zuständen, Gefühlen, Reaktionen, Gedanken, die wir in uns wahrnehmen können, versteckt sich in der Regel etwas Tieferes, das durch Abwehr und Abspaltung aus dem Bewusstsein verdrängt wurde. So wie hinter der Mauer der Anpassung, gefestigt aus Angst und Trotz, die abwehrenden Gefühle, wie Hass, Geiz und Eifersucht, lauerten, entdecken wir bei einem genauen Vorgehen bald einmal das, was diese Emotionen mit ihren Reaktionen niederhalten und kontrollieren wollen. Und wie wir schon früher entdeckt haben, verbirgt sich sogar hinter Angst und Trotz am Ende etwas Schönes. Ist der Trotz unsere gebundene Kraft, die einmal befreit, jede Mauer der Enge durchbricht, verfeinert sich die Angst im Lichte der wahllosen Wahrnehmung immer mehr zum sorgfältigen, bedachten und vorsichtigen Handeln, das schliesslich dem Sehen von Wirklichkeit, der exakten Selbsterkenntnis, entspringt. Im Licht der Bewusstheit findet alles zurück in die natürliche Ordnung, die im Universum eigentlich gegeben ist.
Juli 2017
Abstract: Machen sich Menschen auf für den Weg der Selbsterkenntnis, erwachen sie dafür, sind sie anfänglich oft begeistert und machen schnelle Fortschritte. Irgendwann holt sie aber ihr Lebensthema ein, das bei vielen im Bereich der abgewehrten Gefühle liegt. Sie bleiben stehen und ein Durchbruch ins Innerste, der zu Beginn so greifbar schien, rückt wieder in weite Ferne. Natürlich gibt es auch Menschen, die bezüglich ihres Lebensthemas bereits in den abwehrenden Gefühlen hängen bleiben. Eifersucht, Besitzdenken, Kontrollbedürfnisse, Konkurrenz und Neid, die einfach nicht losgelassen werden können, sind da „beliebte“ Renner. Es ist aber zu erwarten, dass Menschen, die schon etwas reifer sind, sich eher zur Selbererkenntnis hingezogen fühlen, und deren Hauptauseinandersetzung sind doch eher die tieferliegenden Gefühle. Was uns in diesem Sinne reifer oder unreifer macht, darüber kann man wohl nur spekulieren. Offensichtlich ist, dass es da Unterschiede gibt, die man bereits in Kindern beobachten kann. Allein in einer Familie, in der alle Kinder ähnlich gewachsen sind, finden sich da riesige Differenzen. Tragisch für die „reiferen“ Menschen ist der Umstand, dass sie am „dümmste Ort“ des ganzen Entwicklungsprozesses aufgehalten werden, da, der Last der abgewehrten Zustände auf Dauer ausgesetzt zu sein, doch äusserst kräftezehrend ist. Menschen, die mit diesen abwehrenden Gefühlen länger bis endlos lang zu ringen haben, kommt es dann oft vor, als hätten sie besser gar nicht erst mit Selbsterkenntnis begonnen, da es ihren Mitmenschen, die in der Anpassung gefangen bleiben, offensichtlich – jedenfalls oberflächlich gesehen – besser zu gehen scheint. Die Angst vor den tieferen Schichten in uns überwunden und die wilden Reaktionen aus den abwehrenden Zuständen weitgehend aufgegeben zu haben, feit uns nicht davor, einem grossen Leidensdruck durch die abgewehrten Gefühle ausgesetzt zu sein, ja, gewissermassen das ganze abgewehrte Leid der Menschheit tragen zu müssen.
August 2017
Abstract: Noch ein letztes Mal kommen wir im vorliegenden Rundschreiben bei unserer Exploration des Wegs der Selbsterkenntnis auf die abgewehrten Gefühle zu sprechen. In späteren Briefen wollen wir uns dann speziellen Aspekten und Übergängen des Selbsterkenntnisprozesses und schliesslich dem Allerinnersten in uns, das wir durch dieses Unternehmen in uns zu erschliessen hoffen, zuwenden. Natürlich gibt es noch viele weitere Gefühlsfacetten im Bereich der abgewehrten Gefühle wie zum Beispiel Verzweiflung, Trauer, Enttäuschung, Abgewiesensein, Unverstandensein, Hoffnungslosigkeit, Verlorensein, Bedürftigkeit und viele mehr, denen, unsere Aufmerksamkeit zu schenken, sich lohnen würde. Sie sind alle Ausdruck und Ausläufer von Schmerz und Weh, dem Menschen immer gerne aus dem Weg gehen. Da aber ohnehin jeder Adept der Selbsterkenntnis den ganzen Weg individuell und substantiell abschreiten muss und sich dabei nicht auf theoretisches Wissen anderer stützen kann, mag es genügen, hier nur die wichtigsten abgewehrten Zustände genauer besprochen zu haben. Im Prozess wird sich jedem ernsthaften Forscher jeder Aspekt dieser intensiven Reise sowieso erschliessen. Und auch das Prinzip dahinter, das immer dasselbe bleibt, wird sich ihm immer deutlicher offenbaren: Hinter aller Abwehr und allem Widerstand entdecken wir bei sorgfältiger Untersuchung unterdrückte Zustände, die im Falle der abwehrenden Gefühle, wie Wut und Hass, wiederum andere, schliesslich ursprüngliche abgewehrte Gefühle, wie Trauer und Scham, niederhalten. Dass auch diese ihrerseits noch immer für ein gewisses Ausweichen vor Wirklichkeit verantwortlich zeichnen und uns damit von unsrem Innersten entfremden, werden wir dann in einigen Monaten, wenn wir den Kern in uns kennen lernen, näher umreissen.
September 2017
Abstract: In den kommenden Rundschreiben haben wir, lieber Freund, liebe Freundin, um den Weg der Selbsterkenntnis zu umreissen – was unsere Absicht war in diesem zweiten Teil unserer Ausführungen – neben einem Blick in unser Allerinnerstes auch noch ein paar spezielle Aspekte der ganzen Thematik anzuschauen, sonst wäre diese nicht vollständig. Voraussichtlich im nächsten Sommer werden wir dann dieses Brief-Projekt wieder auslaufen lassen. In diesem Newsletter wollen wir das, was wir als Sterbepunkt bezeichnet haben, betrachten, im nächsten dann den anderen wichtigen Übergang, den Stille-, Macht- oder Wahnsinnspunkt, wie wir ihn benennen
Oktober 2017
Abstract: Nach dem Sterbepunkt beim letzten Mal, dem Übergang von den abwehrenden Gefühlen zu den abgewehrten Gefühlen zwischen Solarplexus und Herz, wollen wir in diesem Rundschreiben den zweiten, wichtigen Übergang bei vertikaler Betrachtung auf der Kopfebene in unserem Energiesystem begutachten: den Stille-, Macht- oder Wahnsinnspunkt. Im horizontalen Schnitt durch unsere Persönlichkeit, im Schichtenmodell, entspräche dies dem noch schwierigeren Übergang zwischen der Schicht der abgewehrten Gefühle und dem Kern der Persönlichkeit, dem Allerinnersten in uns, für das wir dann im nächsten Brief bereit sein werden.
November 2017
Abstract: Eigentlich ist es noch viel zu früh, um bereits vom Allerinnersten zu singen. Noch zu viele abwehrende Strukturen in uns haben wir zu verstehen, noch so viele abgewehrte Gefühle uns zu erschliessen, bevor wir dafür reif werden. Aber in Indien, im Neredu-Valley, wo wir im Augenblick weilen, ist es so nah, das innerste Mysterium. Über nichts anderes scheint man hier schreiben und philosophieren zu können als dieses innerste Sanktum, das sich uns am Ende erschliesst, sobald wir im Prozess der Selbsterkenntnis genügend Energie aufgebaut haben. Auch die Samuel-Gita (1), die ich bei unserem letzten Besuch hier vor zwei Jahren unseren indischen Freunden versprochen, inzwischen geschrieben und jetzt mitgebracht habe, erzählt von diesem Ungreifbaren, diesem Quantenmeer in unserem Innersten, das sich uns eröffnet, wenn wir uns einmal den einengenden Gesetzmässigkeiten der newtonschen Objektwelt beziehungsweise den damit einhergehenden vereinnahmenden Strukturen unserer Ich-Realität in eine innere Wirklichkeit zu entziehen vermögen. Nachts, das Sternenmeer, das Quantenmeer, so weit, so gross hier! Ist es ein Äusseres oder ist es innerlich?
Dezember 2017
Abstract: Nachdem wir im letzten Rundschreiben ins Allerinnerste vorgedrungen sind, haben wir das Ziel von Selbsterkenntnis eigentlich erreicht. Was wir als menschliche und energetische Wesen sind, haben wir damit bereits durchleuchtet und verstanden. Wie wir schon früher gesehen haben, endet hier der Weg der Selbsterkenntnis. Er öffnet sich ins pfadlose Land der Meditation, das sich vom Allerinnersten, vom Kern in uns ins Unermessliche des Mysteriums des universellen Seins auftut. An diesem Punkt löst sich die Wahrnehmung des Adepten der Selbsterkenntnis definitiv vom eigenen Selbst und beginnt sich vermehrt dem Geheimnis, das ihn umgibt und von dem er ein Teil ist, zuzuwenden.
Kirschbaumblütenblätterweiss

Abschied

Ich nehme Abschied
Abschied vom Leiden
Abschied von der Angst
Die Liebe will ich sein

Ich nehme Abschied
Abschied von der Sehnsucht
Abschied von der Hoffnung
Ich will die Liebe sein

Ich nehme Abschied
Abschied vom Menschlichen
Abschied von allen Gefühlen
Die Liebe lebt in mir